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Hamburger Erklärung zur Gain-of-function-Forschung

In einer „Hamburger Erklärung“ fordern Wissenschaftler ein sofortiges Ende der Gain-of-function-Forschung, an der sich die BRD in der Ukraine beteiligte.

„Hamburger Erklärung“ zur „Gain-of-function“-Forschung

Die „Corona“-PLandemie hat uns allen vor Augen geführt, wie menschheitsgefährdend die „Gain-of-function“-Forschung (GOF) ist. Im Rahmen dieser Forschung werden Viren im Labor künstlich so hochgezüchtet, dass sie – auch für Menschen – ansteckender werden.

In einer „Hamburger Erklärung 2022“ fordern 45 international renommierte Wissenschaftler ein Ende dieser Forschung. Initiiert wurde die Erklärung von Prof. Roland Wiesendanger, der mit zu den ersten verantwortungsbewussen Wissenschaftlern gehörte, die als Quelle für den SARS-CoV-2-Virus eine künstliche Manipulation mit Indizien belegten. Dies begründete er u.a. im ersten Teil der Dokumentation von Prof. Martin Haditsch „Corona – auf der Suche nach der Wahrheit“ (ab Minute 09:17).

In ihrer Erklärung vom 22.02.2022 fordern die Wissenschaftler:

„Wir als Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen sind uns der Bedeutung der Freiheit von Wissenschaft und Forschung bewusst. Dennoch appellieren wir an alle Politiker und Politikerinnen der Welt, dafür Sorge zu tragen, diese „Gain-of-function“ Forschung an Krankheitserregern mit weltweitem Pandemie-Potential umgehend zu beenden. Das mit dieser Forschung einher gehende Risiko und das Potential der Auslöschung großer Teile der Weltbevölkerung sind nicht weiter verantwortbar. Wir fordern, dass der Stopp durch eine unabhängige internationale Aufsichtsbehörde kontrolliert und kontinuierlich überwacht wird.“

„Gain-of-function“-Forschung mit deutscher Beteiligung in der Ukraine

In den USA verhängte die Regierung unter Präsident Barack Obama 2014 ein Moratorium für die GOF. Um die Forschungen geheim weiterzuführen, lagerten die USA sie in rund 25 Länder aus, unter anderem nach Georgien und in die Ukraine. In der Ukraine sind in 9 größeren Städten US-Bio-Labore bekannt.

Russland hatte mehrfach vor solchen Forschungen gewarnt – was in den westlichen Ländern als Fake-News abgetan wurde.

Doch Dr. Anthony Fauci musste nach Veröffentlichung von Dokumenten im Herbst 2021 zugeben, dass seine Behörde trotz früherer Dementis gefährliche Gain-of-Function-Forschungen in Wuhan, China, mitfinanzierte. Der mit ihm in der Forschung verbundene Dr. Christian Drosten gestand ebenfalls: „In Wuhan ‚wurden Sachen gemacht, die als gefährlich bezeichnet werden könnten'“.

Glenn Greenwald kommentierte am 09.03.2022 ausführlich, dass Victoria Nuland bei einer Anhörung im US-Senat einräumte, dass es „biologische Forschungseinrichtungen“ in der Ukraine gebe – und dies durchaus ein Anlass zur Sorge sei (Deutsche Übersetzung auf den NachDenkSeiten).

Am 11.03.2022 fanden sich dann in mehreren Medien klammheimliche Eingeständnisse, weil die WHO an die Ukraine zur Vernichtung der Krankheitserreger appellierte. In der Tagesschau hieß es dazu:

„Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat der Ukraine geraten, Krankheitserreger in Laboren im Land zu vernichten. Andernfalls könnte Gefahr für die Bevölkerung drohen, wenn die Labore beim russischen Vormarsch zerstört und die Erreger freigesetzt würden, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters und bezieht sich auf die WHO.“

Vassily Nebenzia, Russlands Botschafter in den Vereinten Nationen, legte im März neue Beweise vor, dass es in der Ukraine mindestens 30 verdächtige Biolabore gibt, die von den Vereinigten Staaten im Rahmen ihrer Defense Threat Reduction Agency [=militärische Dienststelle des Verteidigungsministeriums] gemeinsam finanziert werden.

Thomas Röper hat in Beiträgen auf seinem Blog nicht nur mehrfach über diese Forschung und Menschenversuche in der Ukraine berichtet. Er trug auch zur Analyse der direkten Beteiligung des von Hunter Biden geleiteten Investmentfonds Rosemont Seneca Thornton und der Soros-Stiftung an der Finanzierung der Biolabors in der Ukraine bei.

Biowaffenkonvention vom 16.12.1972

Artikel I

„Jeder Vertragsstaat dieses Übereinkommens verpflichtet sich, unter keinen Umständen unter keinen Umständen zu entwickeln, herzustellen, zu lagern oder anderweitig zu erwerben oder zu behalten:
( 1 ) microbiologische oder andere biologische Agenzien oder Toxine, ungeachtet ihres Ursprungs oder der Herstellungsmethode, von Arten und in Mengen, die keine für prophylaktische, schützende oder andere friedliche Zwecke gerechtfertigt sind;
(2) Waffen, Ausrüstungen oder Trägermittel, die für den Einsatz solcher
Agenzien oder Toxine für feindliche Zwecke oder in bewaffneten Konflikten zu verwenden geeignet sind.“


Inside Corona


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Politikversagen oder Manipulation?

Orwell‘sche Politik

Die völlige Verdrehung der Realität und unserer Werte wurde in der neuen Normalität salonfähig.

von Ralph Zedler

„Und wenn alle anderen die von der Partei verbreitete Lüge glaubten, wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.“ George Orwells dystopischer Roman „1984“, geschrieben 1948, malt das Bild einer Gesellschaft, deren Realisierung uns nach der Lektüre unvorstellbar scheint. Alles in diesem Roman basiert auf der Verkehrung von ursprünglich positiv besetzten Begriffen in ihr Gegenteil. Wie weit sich unsere Politiker diese Fähigkeit bereits angeeignet haben und wie weit dieser Prozess bereits fortgeschritten ist, zeigt der Autor an zahllosen Beispielen der letzten Monate auf.

„Alles außer Arbeiten war verboten: Spazierengehen, Spaß haben, singen, tanzen, sich treffen, alles war verboten.“ So steht es in George Orwells Roman „1984“. Und uns allen ist diese lebensfeindliche Verbotspolitik nur allzu geläufig, prägt sie doch seit nunmehr fast zwei Jahren unseren Alltag in fast allen Lebensbereichen.

Daneben hat die Coronakrise aber noch ein anderes Phänomen zutage gefördert, das sich auf dem politischen Parkett seit fast zwei Jahren mit rasender Geschwindigkeit ausbreitet: das Phänomen der Verdrehung.

Faktisch begann es mit der Tatsache, dass sich gesunde, symptomfreie Menschen regelmäßig testen lassen müssen, um zu ermitteln, ob sie gesund sind. Also nicht die Krankheit muss mehr nachgewiesen werden, sondern die Gesundheit.

Auch wird man als Kranker mit Erkältungssymptomen nicht mehr zum Arzt vorgelassen, sondern an der Tür vieler Hausarztpraxen einfach abgewiesen.

Orwell hätte salopp gesagt: „Gesund ist krank!“ und „Krank ist lebensgefährlich!“

Viele unserer Volksvertreterdarsteller beherrschen die Kunst der Verdrehung nach zwei Jahren der Faktenleugnung meisterhaft: So hat unsere frischgebackene Innenministerin Nancy Faeser doch allen Ernstes am 19. Januar 2022 auf Twitter ihren Followern den Vorschlag unterbreitet, man könne „seine Meinung auch kundtun, ohne sich gleichzeitig an vielen Orten zu versammeln“ (1).

So etwas kann sie gerne zu Hause in ihrer Küche denken, aber sich mit diesem, das Grundgesetz förmlich mit Füßen tretenden Vorschlag in die Öffentlichkeit zu wagen, lässt einen angesichts ihres Amtes und damit ihres Einflusses schier sprachlos zurück. Ein solcher Vorschlag ist ein weiterer Beleg für die inzwischen völlig von jeglichem Recht und Gesetz entkoppelte Frequenz, auf der sich unsere Volksvertreterdarsteller bewegen. Keine Absurdität ist ihnen inzwischen zu abwegig, um sie nicht zum Erhalt des Narrativs ins Feld zu führen.

Unweigerlich kommen einem dabei die drei Parolen in den Sinn, die in George Orwells „1984” das Ministerium für Wahrheit zieren:

„Krieg ist Frieden! Freiheit ist Sklaverei! Unwissenheit ist Stärke!“

Demokratie ist Extremismus I

Ungefähr auf diesem Niveau agieren unsere Volksrepräsentanten seit geraumer Zeit — etwa unser oberster: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der anlässlich eines Bürgerdialogs in Schloss Bellevue am 24. Januar 2022 konstatierte:

„Der Spaziergang hat seine Unschuld verloren. (…) Wer sich gegen unser Recht stellt und sich mit selbsterklärten Staatsfeinden und verfassungsschutzbekannten Rechtsextremisten gemein macht, kann sich nicht mehr glaubwürdig auf Demokratie und Freiheit berufen und schon gar nicht auf die mutigen Ostdeutschen von 1989. Wie perfide, die Proteste von damals mit den heutigen gleichzusetzen! Und die Selbstinszenierung als Opfer mit gelben Sternen, das ist mehr als das: Das ist eine Bagatellisierung des Antisemitismus und eine Verhöhnung der jüdischen Opfer des Holocaust“ (2).

Für unser Staatsoberhaupt stellen also friedliche Bürger, die für echte Demokratie und ihre Grundrechte auf die Straße gehen, rechtsextreme Holocaustleugner dar, die die friedlichen Proteste von 1989 und die Gräuel des Nationalsozialismus kaltschnäuzig für sich instrumentalisieren und nebenbei auch noch den Spaziergang entjungfern oder zumindest beflecken. Damit komprimiert unser Staatsoberhaupt das komplette Framing gegen friedliche Spaziergänger auf drei Sätze.

Orwell hätte wohl gesagt: „Bürgerdialog ist Bürgerverhöhnung!“

Demokratie ist Extremismus II

Oder unser Bundeskanzler Olaf Scholz, der in seiner ersten Regierungserklärung am 15. Dezember 2021 im Deutschen Bundestag über Menschen, die jede Woche bei den Anti-Coronamaßnahmen-Demos für Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung, unsere Grundrechte und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auf die Straße gehen, befand:

„Eine kleine extremistische Minderheit in unserem Land hat sich von unserer Gesellschaft, unserer Demokratie, unserem Gemeinwesen und unserem Staat abgewandt — nicht nur von Wissenschaft, Rationalität und Vernunft. Wir werden es uns nicht gefallen lassen, dass eine winzige Minderheit von enthemmten Extremisten versucht, unserer gesamten Gesellschaft ihren Willen aufzuzwingen“ (3).

Menschen, die für demokratische Werte eintreten und diese oft gegen vehemente Repressalien und Polizeigewalt auf der Straße verteidigen, sind in Olaf Scholz’ Weltbild also eine „enthemmte extremistische Minderheit“. Darauf muss man erst einmal kommen.

Orwell hätte wohl gesagt: „Demokratie ist Extremismus!“

Die Elastizität der Freiheit

Oder es sei an Jens Spahns legendären Ausspruch aus dem Sommer 2021 erinnert: „Wir impfen Deutschland in die Freiheit zurück!“ (4), der noch getoppt wird von CSU-Generalsekretär Markus Blume, der meinte: „Freiheit heißt: Impfpflicht für alle!“ (5).

Da steht dann Orwells „Freiheit ist Sklaverei!” unmittelbar Pate.

Und immer wenn man denkt, ein Gedanke sei an Absurdität nicht mehr zu überbieten, kommt noch ein Politiker des Weges, der dies Lügen straft. So sagte Karl Lauterbach:

„Ich glaube, dass Ärzte jeden impfen sollten. Denjenigen, der geimpft werden will, weil er der Impfpflicht nachkommt und denjenigen, der sich ganz freiwillig impfen lassen will. Es wird ja niemand gegen seinen Willen geimpft. Selbst die Impfpflicht führt ja dazu, dass man sich am Schluss freiwillig impfen lässt“ (6).

Man beachte hierbei die perfide Differenzierung zwischen Menschen, die sich impfen lassen wollen, weil sie der Impfpflicht nachkommen und denen, die es „ganz freiwillig“ tun. In Karl Lauterbachs Weltbild gibt es also eine echte Freiwilligkeit und eine erzwungene Freiwilligkeit. Welch bizarres Verständnis von Freiwilligkeit stellt unser neuer Gesundheitsminister damit zur Schau!

Orwell hätte wahrscheinlich gesagt: „Freiwilligkeit ist Zwang!“

In Orwell‘scher Manier kam auch der Auftritt des Ministerpräsidenten von Nordrhein Westfalen, Hendrik Wüst, am 23. Januar 2022 bei Anne Will daher; dieser begründete die Notwendigkeit einer Impfpflicht wie folgt:

„Sinn und Zweck der Impfpflicht ist, dass wir den Menschen signalisieren können, die alles getan haben in den letzten zwei Jahren, die sich haben impfen lassen, die vorsichtig waren, die sich testen lassen, die Maske tragen: Jetzt sind die anderen dran, die sich bisher geweigert haben, damit wir alle gemeinsam wieder ein Stück mehr Normalität kriegen, Schritt für Schritt, aber ganz sicher nächsten Winter nicht wieder zurück in den Lockdown!

Das genau ist das Zeichen an die Geimpften, dass jetzt mal diejenigen dran sind, die sich bisher geweigert haben. Das ist das, was uns, glaube ich, alle eint, dass wir inzwischen ein verdammt schlechtes Gewissen haben müssen gegenüber denjenigen, die alles getan haben — einmal geimpft, zweimal geimpft, geboostert, die immer noch vorsichtig sind aus Rücksichtnahme auf die Nichtgeimpften. Und jetzt müssen wir uns bitte mal liebevoll um die Nichtgeimpften kümmern und nach Lage der Dinge geht das nur mit der Impfpflicht“ (7).

Leute zu zwingen, sich ein immunologisch wirkungsloses, aber bezüglich seiner Nebenwirkungen gefährliches Medikament verabreichen zu lassen, stellt für diesen Landesfürsten also einen Akt der Verantwortung und Liebe dar.

Das erinnert an die evangelische Kirche Mitteldeutschlands (EKMD), die auch mit dem Slogan „Impfen ist Nächstenliebe“ wirbt (8).

Orwell hätte wohl gesagt: „Verpflichtung ist Pflicht!“ und „Liebe ist Nötigung!“

Die Schimäre der Solidarität

Neben Impfpflicht und Freiwilligkeit wurde noch ein anderer Begriff innerhalb der letzten zwei Jahre bis an seine Schmerzgrenzen strapaziert: der Begriff „Solidarität“. Wer da nicht alles Solidarität von allen und jedem eingefordert hat! Wer in den letzten zwei Jahren nicht alles solidarisch war und solidarisch sein sollte! Da sollten Kinder mit ihren Eltern und vor allem Großeltern solidarisch sein und man bürdete ihnen die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Familie auf — etwas, das ein Kind gar nicht leisten kann und was in Zukunft eine Heerschar an Psychotherapeuten auf den Plan rufen wird, um diese übergriffige und völlig unmögliche Verantwortungslast, die man auf die schmalen Schultern der Kinder geladen hat, wieder weg zu therapieren.

Des Weiteren sollten Schulkinder untereinander solidarisch sein und sich gegenseitig denunzieren, wenn einer die Maske nicht korrekt aufgesetzt hat.

Die Maske avancierte rasch zum Sinnbild von Solidarität. Abstandhalten wird bis heute als Zeichen von solidarischer Rücksichtnahme propagiert. Als allergrößtes Symbol für Solidarität, das man nur aufbringen kann, gilt allerdings die Teilnahme am Impfexperiment. Wer geimpft ist, ist gleichsam geadelt. Die Impfung gilt förmlich als Ritterschlag. Zehntausende Menschen oder womöglich mehr hielten stolz ihren frisch gespritzten und bepflasterten Impfarm in die Kameras und stellten diese Bilder in den sozialen Netzwerken aus. Sie demonstrierten auf diese Weise, dass sie brave und verantwortungsvolle Bürger sind, die bereitwillig alles tun, was die Regierung will, um dieser Pandemie Herr zu werden.

Wenn wir jedoch nüchtern bilanzieren, wo wir nach zwei Jahren omnipräsenter und verordneter Solidarität stehen, müssen wir ernüchtert konstatieren, dass unsere Gesellschaft so gespalten ist wie nie zuvor. Der permanente Appell an die Solidarität — auch durch den Bundespräsidenten, die frühere Bundeskanzlerin, den aktuellen Bundeskanzler, den Papst, Kardinäle und Bischöfe —, ja diese uns abgepresste Solidarität hat also zum genauen Gegenteil geführt: zu einer immensen Spaltung der Gesellschaft! Langjährige Freundschaften sind zerbrochen, Menschen reden nicht mehr miteinander, der Riss geht sogar durch Familien und Partnerschaften.

Orwell hätte wohl gesagt: „Solidarität ist Spaltung.“

Evidenz als Würfelspiel

Ein weiterer vielmissbrauchter Begriff in dieser Gesellschaftskrise ist der der Evidenz — vor allem: die wissenschaftliche Evidenz. Diese wurde dauernd und überall gefordert. Valide Zahlen sollten die Grundlage für sämtliche Maßnahmen und Einschränkungen bilden. Doch je weiter die „PLandemie“ gedieh, desto offensichtlicher wurde die Unseriosität der Zahlen, Daten und Fakten.

Ob es die DIVI-Intensivbettenauslastung im Juni 2021 war (9), oder wie in Hamburg, wo aufgrund gefälschter Zahlen 2G eingeführt wurde (10) oder die Lüge, wir hätten eine „Pandemie (oder gar Tyrannei!) der Ungeimpften“ (11), die sich dann als Unwahrheit entpuppte, da das Robert Koch-Institut (RKI) gar keine Daten darüber erhob, wie viele Geimpfte oder Ungeimpfte auf den Intensivstationen lagen. Oder als Höhepunkt das kürzlich veröffentlichte Eingeständnis des RKI, dass Infektionszahlen aufgrund überlasteter Labore inzwischen nur noch geschätzt würden (12) — eine Bankrotterklärung jeglicher wissenschaftlicher Seriosität!

Orwell hätte wohl gesagt: „Evidenz ist Schätzung!“

Wissenschaftliche „Zuarbeit“

Aber nicht nur die wissenschaftliche Evidenz wurde bis zur Substanzlosigkeit ausgehöhlt, auch die Wissenschaftler selbst wurden zweckentfremdet. Wissenschaft wird ja gerne automatisch mit den Attributen „unabhängig” und „frei“ gekoppelt. Die unabhängige oder freie Wissenschaft ist ein Ideal des Abendlandes und wird von Universitäten und Forschungseinrichtungen gerne wie eine Monstranz vor sich hergetragen. Nun ist aber eine staatlich unterfinanzierte Wissenschaft, die auf das Einwerben von Drittmitteln und damit auf Sponsoren angewiesen ist, nicht mehr unabhängig, sondern schlichtweg gekauft.

Wenn Drostens Charité von der Bill und Melinda Gates Foundation Millionen erhält (13), stellt sich die Frage, wie unabhängig die Aussagen des Haus- und Hof-Virologen der Bundesregierung dann noch sind, eigentlich gar nicht mehr. Wenn Hendrik Streecks Ehemann eine hohe Position im Bundesgesundheitsministerium bekleidet, sollte man das bei den Aussagen des in Talkshows gern gesehenen Experten immer mitbedenken (14).

Da die virologische und infektiologische Beratergruppe der Regierung — positiv ausgedrückt — in ihrer ideologischen Grundausrichtung überaus homogen gebildet ist — andere Meinungen also darin gar nicht vorkommen! —, ist bei ihr und ihren Aussagen besondere Vorsicht geboten.

Der Verdacht, dass Wissenschaftler hier benutzt werden, um ein Narrativ zu stützen, dass, wenn andere Wissenschaftler wie Wolfgang Wodarg oder Sucharit Bhakdi zu Wort kämen, gar nicht haltbar wäre, beschleicht einen unverzüglich. Wissenschaftler werden also missbraucht und zu Handlangern korrupter Politiker degradiert.

Orwell hätte in dem Fall wohl gesagt: „Wissenschaft ist Komplizenschaft!“

Auch die Polizei wird seit fast zwei Jahren von der Politik regelrecht missbraucht, um grundgesetzwidrige Verordnungen durchzusetzen. Das erzeugt entweder so bizarre Bilder wie in Hessen, wo Polizisten mit Zollstöcken die Abstände zwischen den Demonstrationsteilnehmern kontrollierten (15) oder führt zu so brutalen Szenen rüdester Polizeigewalt wie in Berlin, als Söldner selbst bei Rollstuhlfahrern oder Senioren alle Hemmungen fallen ließen und selbige krankenhausreif prügelten (16, 17).

Orwell hätte wohl gesagt: „Polizeigewalt ist Bürgerschutz!“

Uhren und Kalender wurden neu justiert

Auch die Zeitrechnung wurde in dieser „Pandemie” einem umfassenden Wandel unterzogen: Aus zwei Wochen Abflachen der Kurve wurden zwei Jahre Grundrechtseinschränkungen. Ein beschnittenes Weihnachtsfest 2020 sollte ein unbeschwertes Osterfest in 2021 ermöglichen. Manuela Schwesig bedankte sich im Mai 2021 bei den Bürgern von Mecklenburg-Vorpommern nach sieben Monaten des Lockdowns für die „harten Wochen“ (18).

Nur wenige Wochen Einschränkungen wurden zu zwei Jahren Ausnahmezustand. Der Genesenenstatus wurde in der Schweiz von sechs Monaten auf zwölf verlängert, in Deutschland hingegen von sechs auf drei Monate verkürzt — allerdings nicht für Bundestagsabgeordnete; deren Genesenenstatus verbleibt weiterhin bei sechs Monaten (19).

Orwell hat dazu gesagt: „Alle Menschen sind gleich, aber manche sind gleicher!“ Zum seit zwei Jahren zementierten Ausnahmezustand hätte er wohl gesagt: „Notstand ist Normalität!“ Und die neue Corona-Zeitrechnung hätte er vielleicht in die Formeln gepackt: „Woche ist Monat!“, „Monat ist Jahr!“ und „Weihnachten ist Ostern!“

Schutzwall ohne Bedrohung

Auch die Maßnahmen selbst haben sich alldieweil verselbstständigt. Jens Spahn beschloss im Herbst 2021, „die epidemische Lage von nationaler Tragweite“ — die wir nebenbei gesagt nie hatten! — abzuschaffen und die Maßnahmen trotzdem beizubehalten (20).

Es bedarf also inzwischen für die Schutzmaßnahmen gar keiner Gefahrenlage mehr. Die Maßnahmen sind zum puren Selbstzweck geworden. Das Masketragen gehört inzwischen einfach dazu, so wie man sich im Winter automatisch einen Schal umbindet und Handschuhe anzieht, so greifen nach zwei Jahren pseudopandemischem Umerziehungslager viele inzwischen automatisch zur Gesichtswindel. Die Maske avancierte zum Modeaccessoire.

Selbst im Freien wird sie widerspruchslos, ohne mit der Wimper zu zucken, getragen. Dass das Infektionsrisiko dort laut führender Aerosolforscher bei 0,01 Prozent liegt und 99,99 Prozent aller Infektionen in Innenräumen stattfinden (21), wird gar nicht erwähnt. Folglich wird es auch nicht hinterfragt. Es wird einfach als gegeben vorausgesetzt.

Orwell hätte wohl gesagt: „Schutz ist Sicherheitssuggestion!“

Konklusio

Wie lange wird das Ganze noch gehen? Diese zentrale Frage beschäftigt wohl die meisten von uns. Wie lange lässt sich dieses Lügengebäude noch aufrecht erhalten? Was muss passieren, damit es einstürzt? Was kann jeder Einzelne tun, damit es endlich einstürzt? Lässt sich diese Orwell‘sche Verdrehungspolitik bis ins Endlose weiterführen?

Müssen wir uns noch auf Jahre chronischer Lügen und Absurditäten aus Politikermund einstellen? Wird uns ein Lauterbach als Gesundheitsminister mit unerträglichen Widersprüchen und Halbwahrheiten eine ganze Legislaturperiode drangsalieren und zum Teil auch amüsieren?

Da der Autor keine Glaskugel besitzt und wohl niemand den Zeitpunkt des Endes dieses Lügennarrativs und des Systems insgesamt treffsicher voraussagen kann, kann er nur konstatieren: „Zukunft ist Ungewissheit!“ Und dem hätte sicherlich auch Orwell zugestimmt.


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://twitter.com/nancyfaeser/status/1483846734962958346
(2) https://www.youtube.com/watch?v=WRBTBoJ20uE
(3) https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/regierungserklaerung-1991504
(4) https://www.bundesgesundheitsministerium.de/presse/reden/epilage-bt-250821.html
(5) https://www.welt.de/politik/deutschland/plus236369423/CSU-General-Markus-Blume-Freiheit-heisst-Impfpflicht-fuer-alle.html
(6) https://www.wmn.de/buzz/omikron-impfpflicht-freiwillig-id342327
(7) https://www.daserste.de/information/talk/anne-will/videosextern/omikron-welle-da-impfpflicht-nicht-mit-welchem-plan-geht-deutschland-ins-dritte-corona-jahr-100.html
(8) https://www.ekmd.de/aktuell/projekte-und-aktionen/impfen-ist-naechstenliebe/
(9) https://www.transparenztest.de/post/divigate-2-ist-die-aufklaerung-zum-intensivbetten-skandal-jetzt-noch-aufzuhalten
(10) https://www.focus.de/gesundheit/coronavirus/daten-ungenau-raetsel-um-inzidenz-der-ungeimpften-basiert-hamburgs-2g-regel-auf-falschen-daten_id_26748608.html
(11) https://www.youtube.com/watch?v=I6lHPt64OOE
(12) https://www.focus.de/gesundheit/news/rki-schaetzt-inzidenzen-jetzt-nur-noch-statistiker-sagt-ob-das-gutgehen-kann_id_41624341.html
(13) https://globalhealth.charite.de/forschung/foerdermittel_fuer_global_health/
(14) https://ga.de/bonn/stadt-bonn/partner-von-hendrik-streeck-paul-zubeil-arbeitet-fuer-das-bundesgesundheitsministerium_aid-56131801
(15) https://www.androidkosmos.de/polizei-kontrolliert-corona-abstaende-mit-zollstock-irres-video-geht-viral-bereits-700-000x-angesehen/
(16) https://www.youtube.com/watch?v=mdWnUQPvg3Q
(17) https://reitschuster.de/post/polizei-gewalt-ich-dachte-die-bringen-den-um/
(18) https://twitter.com/manuelaschwesig/status/1396902874974728196
(19) https://www.tagesschau.de/inland/corona-genesenenstatus-bundestag-101.html
(20) https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/128430/Spahn-bleibt-dabei-Epidemische-Lage-bei-Corona-kann-auslaufen
(21) https://www1.wdr.de/nachrichten/themen/coronavirus/aerosolforscher-gefahr-corona-ansteckungen-100.html


Dieser Artikel erschien auf Rubikon am 10.03.2022 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


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Erklärung der Ärzte des internationalen Covid-Gipfels in Rom

Die Erklärung der Ärzte des internationalen Covid-Gipfels in Rom schweigen die Mainstreammedien auch weiterhin tot. Worum geht es?

Erklärung der Ärzte und Wissenschaftler

International führende Ärzte unterschrieben die „Erklärung der Ärzte des internationalen Covid-Gipfels in Rom“ im September 2021. Sie riefen ihre Kolleginnen und Kollegen auf, der Erklärung beizutreten. Im Gegensatz zum „Weltgesundheitsgipfel“ von Staats- und Regierungschefs sowie den Vorsitzenden internationaler und regionaler Organisationen am 21.05.2021 in Rom fand die Erklärung der Ärzte keine Resonanz in den Mainstreammedien.

Zu den Erst-Unterzeichnern der „Erklärung der Ärzte des internationalen Covid-Gipfels in Rom“ zählen unter anderem der kanadische Gesundheitswissenschaftler Dr. Paul E. Alexander, der US-Biomediziner und Erfinder der mRNA-Technologie Dr. Robert W. Melone und die chinesische Mikrobiologin Dr. Li-Meng Yan.

Die Unterzeichner sprechen sich darin gegen autoritäre Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit aus. Denn diese richten sich gegen die Autonomie der Medizin und können „als Verbrechen gegen die Menschenwürde interpretiert werden“ (siehe Original-Erklärung und deutsche Übersetzung).

Mehr als 800 Besucher des Global Covid Summet in Florida

Quelle: Alan Youngblood, Gainesville Sun

In Ocala, Florida, versammelten sich erneut am 06.11.2021 Mediziner und Wissenschaftler, um ihre aktualisierte Erklärung und ihre Forderung nach einem Ende autoritärer Maßnahmen im Gesundheitswesen zu diskutieren.

Eine „Physicians Declaration II – Update Global Covid Summit (Zweite Ärzte- und Wissenschaftler-Erklärung – Aktualisiertes Global Covid-Gipfeltreffen)“ unterzeichneten inzwischen über 15.000 Mediziner und Wissenschaftler. In ihrer Deklaration stützen sie sich auf

  • 37 verlinkte Originalquellen (meist peer-reviewte Artikel) zur Gefahr einer Corona-„Impfung“ von Kindern,
  • 29 Fachartikel zur Bedeutung der natürlichen Immunität und
  • 25 wissenschaftliche Studien zur Behandlung von Covid-19-Erkrankungen (ohne Impfung).

Global Covid Summit – Physicians Declaration

Die Ärzte bekennen sich zum Hippokratischen Eid und „erkennen die unmittelbare Bedrohung der Menschheit durch die gegenwärtige Covid-19-Politik“. Deshalb halten sie es für ihre Pflicht, die Würde, Integrität und Wissenschaft der Medizin zu verteidigen bzw. wieder herzustellen. Die von Gesundheits-Politikern verordnete „Einheits-Strategie“ – an Stelle der individualisierten Behandlung – führe zu unnötigen Krankheiten und Todesfällen.

Forderungen der Mediziner und Wissenschaftler

Prof. Dr. Ulrich Kutschera, ebenfalls Unterzeichner der Erklärung, nennt als Hauptkritikpunkte der Erklärung unter anderem:

  • „Es ist unsere Pflicht, die Würde, Integrität und Wissenschaft der Medizin zu verteidigen bzw. wieder herzustellen;
  • Unsere Fähigkeit, Patienten angemessen zu versorgen, wird beispiellos angegriffen;…
  • Ärzte werden immer mehr entmutigt, professionelle Debatten zu führen und Gedanke zu neuartigen Krankheiten auszutauschen – das gefährdet den Mediziner-Beruf und die Gesundheit unserer Patienten.“

Aufgrund ihrer Erfahrungen mit den „politischen Eingriffe in die Autonomie der Medizin“, die „als Verbrechen gegen die Menschenwürde interpretiert werden“ können, fordern die Unterzeichner der Deklaration: Umgehend muss

  • „die Beziehung zwischen Arzt und Patient wiederhergestellt und
  • die politische Einflussnahme auf die praktische Medizin unterbunden werden; es ist inakzeptabel, dass die Kunst und Wissenschaft der Medizin durch Drohungen, Zensur, Disziplinarmaßnahmen usw. unterwandert wird; das Recht auf Austausch objektiver wissenschaftlicher Befunde zur Förderung des Verständnisses von Krankheiten muss geschützt werden.
  • Der erste medizinische Grundsatz „führe keinen Schaden herbei“ muss verteidigt werden und Patienten müssen vollständig über Risiken und Vorteile bestimmter medizinischer Verfahren informiert werden.
  • Wir fordern alle biomedizinisch forschenden Wissenschaftler der Welt auf, hohe professionelle Standards einzuhalten und bestehen darauf, dass objektive empirische Forschungsarbeiten erstellt und veröffentlicht werden können – ohne Angst der betreffenden Forscher vor negativen Folgen für die Karriere, die Reputation und der Lebensgrundlage. Letztendlich bitten wir unsere Patienten, einen Zugang zu einer wissenschaftlich fundierten medizinischen Versorgung einzufordern.“

Auf Global Covid Summit veröffentlichen die Mediziner und Wissenschaftler auch weiterhin neue Erkenntnisse und Erfahrungen zu Covid-19-Erkrankungen und -Impfungen. Einige der Ärzte und Wissenschaftler begründeten auch in der mehrteiligen Dokumentation „Corona – Auf der Suche nach der Wahrheit“ von Prof. Dr. Dr. Martin Haditsch und ServusTV ihre Erkenntnisse.

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Hochschulen nur für Geimpfte und Genesene?

Akademische Segregation

Hochschulen betonen Toleranz und Chancengleichheit, während sie gleichzeitig überlegen, wer in Zukunft noch das Gebäude betreten darf.

von Ronny Ebel

Hochschule - nur für Geimpfte

Quelle: Liz Masoner/pixabay.com

Inmitten der Debatte um die Zulässigkeit einer Impfpflicht schaffen einige deutsche Universitäten bereits Fakten: Prominente Vertreter mehrerer Hochschulen, insbesondere aber die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), positionieren sich offen für eine Einführung der 3G-Regel im Wintersemester 2021/2022. Eben jene Institutionen, die sich in ihren Leitbildern auf hehre Werte wie Bildungsgerechtigkeit, Chancengleichheit und Pluralität berufen, führen damit eine elementare Zugangsbeschränkung ein. Zu bedenken ist dabei nicht nur, dass die Langzeitstudien zu den Corona-Impfstoffen noch nicht abgeschlossen sind, sondern vor allem, dass sich die meisten Studenten das dritte „G“ — das Getestetsein — dauerhaft nicht werden leisten können. Wer weiterhin studieren möchte, muss in einigen Hochschulen bald einen Impfnachweis vorlegen — oder gehen. De facto hält die 2G-Regel Einzug und mit ihr eine ablehnende Haltung gegenüber der eigenen Philosophie.

Laut dem Statistischen Bundesamt gab es während des Wintersemesters 2021/2022 in Deutschland insgesamt 422 Hochschulen (1). 268 Hochschulen sind momentan Mitglied in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) (2). Deren Präsident, Peter-André Alt, der die „HRK in allen Angelegenheiten“ vertritt (3), schrieb Ende Juli im Tagesspiegel:

„Studierende, die nicht geimpft sind und keinen tagesaktuellen Test nachweisen, können keinen prinzipiellen Anspruch darauf geltend machen, dass sie die betreffende Veranstaltung virtuell besuchen dürfen“ (4).

Hier wird bereits deutlich, dass die HRK den ungeimpften und ungetesteten Studenten keine Online-Lehre als Ersatzangebot geben möchte. Die Wortwahl lässt außerdem vermuten, dass das, was der Präsident der HRK hier schreibt, bereits klar festgelegt ist, doch das war es zu diesem Zeitpunkt nicht. Zum Beispiel haben die Berliner Unis vereinbart, dass sie mögliche Änderungen am Eckpunktepapier noch einmal im September besprechen werden (5). Dazu wurde vom 20. August bis zum 3. September 2021 der Impfstatus der Studenten der Berliner Hochschulen online abgefragt, die Teilnahme war freiwillig. Ende Juli war die Situation also längst nicht so klar, wie es die hier zitierten Zeilen des Präsidenten suggerieren.

Alt schrieb im besagten Artikel weiter, „dass Studierende, die die Zugangsvoraussetzungen nicht erfüllen, keinen Rechtsanspruch auf Teilnahme an der Veranstaltung oder auf ein Ersatzangebot haben“ (6). Alt äußert hier – im Namen wie vieler Mitgliedshochschulen? – ganz klar das Vorhaben, Studenten auch auszuschließen.

Dass er trotz seiner Position jedoch nicht für alle Hochschulen zu sprechen scheint, wird durch die Aussagen des Prorektors der Uni Leipzig, die ebenfalls Mitglied der HRK ist (7), deutlich. Denn am 2. August 2021 wurde auf der Website der Uni Leipzig ein Interview mit dem Prorektor Professor Hofsäss veröffentlicht. Seine Forderungen unterscheiden sich in einigen Punkten klar von Alts Aussagen.

Und im Gegensatz zum Präsidenten der HRK kann der Prorektor seine Aussagen auch begründen:

„Von einer Unterscheidung von Studierenden, die geimpft, getestet oder genesen sind, und jenen, die es nicht sind, wollen wir absehen. Auch Personen mit dem 3G-Status können Infektionen weitertragen. Es erweist sich zudem als nicht durchführbar, vor jeder Lehrveranstaltung entsprechende Kontrollen zu organisieren. Auch Persönlichkeitsrechte werden dadurch tangiert“ (8).

Der Prorektor erkennt also an, dass Infektionen trotz der 3G-Maßnahmen weitergegeben werden können, und stellt auch die Persönlichkeitsrechte der Studenten in den Vordergrund. Mit dieser Argumentation sticht die Uni Leipzig ganz klar hervor. Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz dagegen lässt die Persönlichkeitsrechte ihrer Studenten in der Pressemitteilung vom 1. September 2021 unerwähnt. Dort wird sogar „(e)in zentral organisierter Sicherheitsdienst“ (9) die Beachtung der 3G-Regel stichprobenartig kontrollieren (10).

Die Unis und ihre Leitbilder

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) sieht sich selbst als „offene Universität“ (11). Eine Uni, die laut Homepage alle (!) Mitglieder einbezieht:

„Die JGU betrachtet die Individualität und Vielfalt ihrer Mitglieder als Bereicherung und Chance und setzt sich deshalb mit ihrer Diversitätsstrategie für eine umfassende Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit ein. Unter anderem verfolgt sie das Ziel, all ihren Mitgliedern unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialer und ethnischer Herkunft, sexueller Identität, körperlichen Fähigkeiten sowie individueller Lebensweise die vollständige und gleichberechtigte Teilhabe an universitären Prozessen zu ermöglichen“ (12).

Doch wie passt das zu einem Studium, welches mit der besagten 3G-Regel all die Studenten ausschließt, die nicht geimpft, getestet oder genesen sind? Zu einer Uni, deren Präsident das Leitwort „Ut omnes unum sint – Dass alle eins seien“ (13) betont? Die JGU negiert hier Teile des eigenen Leitbildes. Alle Unis, die von Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit schreiben, negieren ihr eigenes Leitbild, sofern sie die 3G-Regel anwenden.

Denn man muss festhalten: Dieselben Studenten, die noch im Februar 2020 die eigene Uni betreten konnten, dürfen das, je nach Uni, ab Oktober 2021 nicht mehr tun, wenn sie keine „Zugangsvoraussetzungen“ erfüllen. Sind die ungetesteten oder ungeimpften Studenten weniger wert als andere? In einem Beitrag im Multipolar-Magazin fragt die Kommentatorin Camilla Hildebrandt: „Was ist mit unseren Werten passiert? Sind sie plötzlich nicht mehr gültig?“ (14) Sie macht an mehreren Stellen deutlich, dass Bildung nur im Zusammenhang mit den Menschenrechten gedacht werden kann (15).

Die Berlin University Alliance und die Magna Charta Universitatum 2020

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn einige Hochschulen gerade in der Zeit, in der sie über die Rahmenbedingungen und die 3G-Regel für das kommende Semester diskutieren, sich auf Werte berufen, die der Ausführung dieser Regel eigentlich im Wege stehen:

„Die 1988 ins Leben gerufene ‚Magna Charta Universitatum‘ ist ein Bekenntnis zu universitärer Autonomie, Einheit von Forschung und Lehre, Wissenschafts- und Lehrfreiheit und offenem Wissensaustausch. Um den veränderten globalen und gesellschaftlichen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wurde die Charta nun neu aufgelegt“ (16).

Außerdem heißt es: „Hochschulen sind Orte der Toleranz, der Inklusion und des Respekts“ (17). Die Berliner Hochschulen, die diese Charta unterzeichnet haben — „die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin und die Technische Universität Berlin“ (18) — sind aber auch genau die Hochschulen, deren PC-Pool ein Student nicht ohne ein negatives Testergebnis betreten darf. Denn genau das verlangt die Dritte SARS-CoV-2-Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (19), inklusive aller Änderungen, bereits seit dem 15. Juni 2021 (20).

Die Charta wurde „(i)m Rahmen einer öffentlichen Online-Veranstaltung am 16. und 17. Juni 2021 unterzeichne(t)“ (21). Die drei Berliner Unis wussten also, dass die Werte, für die sie gerne stehen wollen, seien es nun die der Charta oder die der eigenen Leitbilder, nicht zu den hauseigenen Corona-Maßnahmen für den kommenden Winter passen. Zukünftige oder auch bereits immatrikulierte Studenten aufgrund eines fehlenden Tests oder einer fehlenden Impfung auszuschließen, lässt sich besser mit dem Begriff Exklusion als mit Inklusion beschreiben.
Dabei schreibt die Technische Universität Berlin (TU-Berlin) in ihrem Leitbild deutlich:

„Wir gewährleisten Chancengleichheit ebenso wie Diskriminierungsfreiheit auf allen Ebenen der universitären Organisation. Wir berücksichtigen die Pluralität der Weltbilder und Lebensformen explizit auch in Lehre und Forschung“ (22).

Dazu verweist sie selbst auch auf ihr aus der Vergangenheit gewachsenes Pflichtbewusstsein:

„Wir bekennen uns zu unserer — auch historisch begründeten — Verantwortung für gesellschaftlich und ethisch orientierte sowie dem Humanismus verpflichtete Forschung und Lehre“ (23).

Die Humboldt-Universität zu Berlin (HU Berlin) betont nach ihrer langen und aufwühlenden Geschichte „das Selbstbild einer Institution, die sich für kritische Distanz gegenüber politischer und gesellschaftlicher Macht entschieden hat. Sie wendet sich gegen jede Form von Diskriminierung, Intoleranz und kultureller Selbstüberhöhung“ (24). Heute stellt auch die HU Berlin „stichprobenartige Kontrollen“ (25) zur Überprüfung der 3G-Regel für das Wintersemester in Aussicht.

Der Gründungsgedanke der Freien Universität Berlin (FU Berlin) war, anders zu sein:

„Die Freie Universität Berlin wurde 1948 von Professoren und Studierenden gegründet — als Antwort auf die Verfolgung systemkritischer Studierender an der Universität Unter den Linden (gemeint ist die HU Berlin, Anmerkung des Autors), gelegen im damaligen sowjetischen Sektor des geteilten Berlins“ (26).

Kurz: „Freiheit als Gründungsimpuls“ (27).

Doch wieso handeln die Unis gegen Teile ihrer eigenen Leitbilder? Den eigenen Studenten den Zugang zum PC-Pool zu verwehren, nur weil sie kein negatives Testergebnis vorweisen können, hat mit Inklusion und Toleranz sowie Respekt gegenüber dem Individuum nicht mehr viel zu tun.

Aus 3G wird 2G

Einige Tage, nachdem der Prorektor der Uni Leipzig die Rahmenbedingungen für das Wintersemester bekannt gab, meldete sich die HRK mit einer Pressemitteilung. Sie stellte die 3G-Regel in den Fokus (28), schrieb aber gleichzeitig, dass „die Hochschulen keine kostenlosen Tests bereitstellen können“ (29).

Da Studenten sich diese Tests auf Dauer natürlich nicht leisten können – Herr Alt spricht dies an anderer Stelle auch offen aus (30) – wird die 3G-Regel hier im Grunde zu einer 2G-Regel umgewandelt.

Die HRK hat sich laut Website selbst folgende „Mission“ gesetzt: „Die HRK steht für Autonomie und Freiheit als Grundlagen der in den Hochschulen stattfindenden Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre ein. Sie erklärt und verteidigt diese Werte durch ihr öffentliches Engagement und ihr nationales, europäisches und internationales Wirken“ (31). „Autonomie und Freiheit“ – eine Freiheit, von der die Studenten im Wintersemester nur etwas haben können, wenn sie die Zugangsvoraussetzungen erfüllen. Eine Freiheit, die man sich als gesunder Student erst ertesten muss. Sollte es später tatsächlich zu einer 1G-Regel kommen, wäre es eine „Freiheit“, die man sich erst erimpfen muss.

Der Freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften (fzs), der insgesamt 93 Hochschulen umfasst (32), möchte „Präsenzveranstaltungen nur für Geimpfte, Genesene und Personen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können“ (33). Somit lässt der fzs getestete Studenten vollkommen außen vor. Auch hier läuft es dieser Aussage zufolge auf eine 2G-Regel hinaus. Für die ungeimpften Studenten, die, wenn man den Maßstab des fzs anlegt, nicht mehr in die Uni dürfen, soll es „ein eingeschränktes Onlineangebot“ (34) als Ersatz für die Präsenzlehre geben. Doch das ist unrealistisch: Es werden nicht alle Hochschulen in Deutschland ihre Präsenzveranstaltungen auch online übertragen. Auch der Präsident der HRK erteilte diesem Konzept im eingangs erwähnten Artikel eine Absage:

„Für die Hochschulen wäre es technisch nicht möglich, jedes Seminar und jede Übung gleichzeitig präsent und virtuell — also hybrid — anzubieten“ (35).

Das heißt, dass die Vorgabe des fzs letztendlich mit einer 2G-Regel gleichzusetzen ist, da die ungeimpften Studenten keine Ersatzveranstaltungen zu erwarten haben. Laut Website setzt sich der fzs für „den freien Zugang zu Bildung“ (36) – hier sei nochmals an den Bezug zu den Menschenrechten erinnert – und „den Abbau von Diskriminierung in Bildungssystem und Gesellschaft“ (37) ein. Gehen Werte nicht auch mit einer Verantwortung einher? Vor allem bei den Werten, die man sich selbst zuschreibt?

Das Nachbarland Dänemark zeigt, dass es auch anders geht: Dort wurde am 1. August 2021 „(d)ie Pflicht zu zwei Tests pro Woche für Schüler und Studenten (…) in eine Empfehlung geändert“ (38). Am 10. September 2021 wurden die Corona-Maßnahmen in Dänemark aufgehoben (39). In Hamburg dagegen, nur 160 km weiter südlich, wird, Stand 30. August 2021, die 3G-Regel „(f)ür die Teilnahme an Lehrveranstaltungen“ (40) an den Hochschulen eingeführt. Wie lässt sich dieser Unterschied erklären? Auf welcher Grundlage negieren Hochschulen in Deutschland Teile ihrer Leitbilder?

2020 und die Folgen für die Hochschulen

Während 2020 mehr Frauen habilitierten als noch ein Jahr zuvor (41) – hier können die Unis im Punkt Gleichstellung tatsächlich einen Erfolg einfahren –, gab es im selben Jahr bei den Gaststudenten an den Hochschulen einen Rückgang von 29 Prozent (42). Es zeigte sich, dass vor allem ältere Personen aufgrund „der Umstellung von Präsenzlehre auf Online-Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen“ der Uni/Hochschule fernblieben (43).

Im selben Jahr sind auch die Deutschlandstipendien „gegenüber dem Vorjahr erstmals seit der Einführung des Programms leicht gesunken“ (44). Das vergangene Jahr zeigte darüber hinaus, dass es „in allen Bundesländern“ (45) einen Rückgang an Hochschulabsolventen gab: Die „Zahl der Hochschulabschlüsse (ist) 2020 um 6 Prozent gesunken“ (46).

Dass die Habilitationsquote der Frauen trotz der Maßnahmen stieg, heißt also, dass die Hochschulen trotz mancher Rückgänge mit ihren Leitbildern auch einen Erfolg feiern können. Gleichzeitig, und das verdeutlicht der Text wiederum, zeigen einige Hochschulen ein mitunter merkwürdiges Verständnis ihrer weiteren Werte wie Toleranz, Respekt, Chancengleichheit, Bildungsgerechtigkeit et cetera.

In der Impffrage sind sich die Hochschulen selbst zum Widerspruch geworden. Mehr noch: Es scheint, als wäre die Negierung der bisherigen Werte ein neuer Wert. Ein Wert, den es zu befolgen gilt. Dieser neue Wert bringt mit sich, dass gewisse „alte“ Werte nur noch für bestimmte Studenten gelten.

Die Einführung der 3G- beziehungsweise 2G-Regel ist eine Absage an die selbstgewählten Leitlinien der Universitäten.

Die Hochschulen können diese Werteabkehr nur durchsetzen, wenn es keine Diskussionen darüber gibt. Sie selbst werden diese in der gegenwärtigen Situation nicht entfachen, da sie sonst früher oder später zugeben müssten, dass die 3G-Regel mit der eigenen Philosophie nicht in Einklang zu bringen ist. Auch in Zukunft werden sie das wohl nur schwerlich einräumen. Wer gibt schon gerne Fehler zu? Denn ein Problem ist, dass die an die Hochschule gerichtete Kritik, sollte die Pandemie einmal in einem Seminar kritisch besprochen werden, durch sie selbst hindurch muss. So hat die jeweilige Hochschule Gelegenheit, Themen und Schwerpunkte selbst zu setzen. Sie kann das Thema lenken.

Die Hochschulen, die die 3G-Regel einführen, teilen ihren eigenen Studenten dann Rechte zu. Erst wenn die Studentin oder der Student — als gesunde Personen wohlgemerkt — durch einen Test auch als gesund gekennzeichnet sind, teilt die jeweilige Hochschule ihr oder ihm das Recht auf Bildung beziehungsweise das Recht auf Zugang zu Bildung in Form der Präsenzlehre zu. Täglich. Immer wieder neu. Ein Recht, das wie durch einen Gnadenakt erlassen wird. Doch ist der Test mal positiv, ist auch dieses Recht für mindestens zwei Wochen weg. Denn Ersatzveranstaltungen wird es nicht geben.

Die Uni Leipzig dagegen zeigt, dass eine Hochschule auch anders handeln kann. Vielleicht liegt dies daran, dass das Universitätsklinikum Leipzig Mitglied beim Deutschen Netzwerk evidenzbasierter Medizin (47) ist? Schließlich muss es eine Erklärung dafür geben, dass der Prorektor der Uni Leipzig die Persönlichkeitsrechte der Studenten herausgestellt und die Sinnlosigkeit der 3G-Regel benannt hat, während andere Unis ebendiese Regel einführen und kontrollieren.

Noch im April 2021 erklärte Herr Alt, dass Hochschulen, „anders als Schulen(,) keine Infektionsherde“ (48) seien. Auch die Philipps Universität Marburg schreibt auf ihrer Website, Stand 30. August 2021: „Es gibt weiterhin keine Hinweise darauf, dass die Universität ein Treiber des Infektionsgeschehens ist.“ (49) Doch wozu dann die Tests und Impfungen? Wozu dann die Maßnahmen an den Hochschulen, wenn es doch zu Beginn um den Schutz der vulnerablen Gruppen und nicht um den junger, gesunder Menschen ging?

Die oben genannte Umfrage zum Impfstatus der Berliner Studenten ergab, dass unter den 42.015 Teilnehmern 34.955 eine vollständige Impfung vorweisen können. Die Hochschulen schließen daraus, „dass mehr als drei Viertel der insgesamt rund 200.000 Studierenden an Berliner Hochschulen vollständig geimpft sein dürften“ (50). Trotzdem werden sie die 3G-Regel beibehalten (51). An den Pressemitteilungen der HRK lässt sich sehr gut erkennen, wie die Impfung im Laufe der Zeit immer mehr in den Vordergrund geriet. Eine aufschlussreiche Chronologie findet sich in den untenstehenden Quellenangaben (52).

Nachdem also in den letzten Monaten immer deutlicher wurde, dass „(d)ie Hochschulen (…) nur mit einer entsprechend hohen Impfquote bei Studierenden und Lehrenden in den Regelbetrieb zurückkehren“ (53) wollen, gibt es für die Studenten selbst trotz der hohen Impfquote keine Lockerungen. Stattdessen werden die Regeln verschärft, während andere Länder weiter lockern. Was würden jene Hochschulen, die ihre eigenen Werte nun derart sorglos brechen, in Zukunft noch alles mittragen?


Quellen und Anmerkungen:

Nachtrag:
Die Leipziger Zeitung berichtete kürzlich, dass die Uni Leipzig nun doch die 3G-Regel einführt. Die Studenten bekamen diese Info am 16. September. „Die Universität begründet diese Neuerung mit Vorgaben aus der aktuellen Corona-Schutzverordnung, die bis Ende September in Sachsen gelten soll“, heißt es im Artikel. Doch da die Schnelltests ab dem 11. Oktober kostenpflichtig werden, wird auch hier für alle, die sich die Tests auf Dauer nicht leisten können, die 3G-Regel zur 2G-Regel. Was ist nun mit der oben genannten Argumentation des Prorektors — wozu die 3G-Maßnahmen, wenn diese, wie er noch Anfang August sagte, keine Infektionen verhindern können?

(1) https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Tabellen/hochschulen-hochschularten.html
(2) https://www.hrk.de/hrk/aufgaben-und-struktur/
(3) https://www.hrk.de/hrk/praesidium/
(4) https://www.tagesspiegel.de/wissen/unis-sorgen-fuer-den-winter-vor-praesenzsemester-ja-aber-verantwortlich/27458344.html
(5) https://www.rbb24.de/panorama/thema/corona/beitraege/2021/07/berlin-hochschule-uni-praesenz-wintersemester-test-nachweis.html
(6) https://www.tagesspiegel.de/wissen/unis-sorgen-fuer-den-winter-vor-praesenzsemester-ja-aber-verantwortlich/27458344.html
(7) https://www.hrk.de/mitglieder/mitgliedshochschulen/universitaeten/
(8) https://magazin.uni-leipzig.de/das-leipziger-universitaetsmagazin/artikel/universitaet-plant-wintersemester-in-praesenz-2021-08-02/
(9) https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/14130_DEU_HTML.php
(10) https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/14130_DEU_HTML.php
(11) https://universitaet.uni-mainz.de/
(12) https://universitaet.uni-mainz.de/diversitaet-und-chancengleichheit-an-der-jgu/
(13) https://www.youtube.com/watch?v=iJXkbMPN-Ns&ab_channel=UniMainz (0:18-0:22 min.)
(14) https://multipolar-magazin.de/artikel/menschenrecht-bildung
(15) https://multipolar-magazin.de/artikel/menschenrecht-bildung
(16) https://www.berlin-university-alliance.de/news/items/2021/210616-magna-charta.html
(17) https://www.berlin-university-alliance.de/news/items/2021/210616-magna-charta.html
(18) https://www.berlin-university-alliance.de/news/items/2021/210616-magna-charta.html
(19) https://www.berlin.de/corona/massnahmen/verordnung/
(20) https://gesetze.berlin.de/bsbe/document/jlr-CoronaV3VBErahmen
(21) https://www.berlin-university-alliance.de/news/items/2021/210616-magna-charta.html
(22) https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin/profil/leitbild/
(23) https://www.tu.berlin/ueber-die-tu-berlin/profil/leitbild/
(24) https://www.hu-berlin.de/de/ueberblick/geschichte/abriss
(25) https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html
(26) https://www.fu-berlin.de/universitaet/leitbegriffe/index.html
(27) https://www.fu-berlin.de/universitaet/leitbegriffe/index.html
(28) https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-appelliert-an-studierende-und-beschaeftigte-jetzt-impfen-4845/
(29) https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-appelliert-an-studierende-und-beschaeftigte-jetzt-impfen-4845/
(30) https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html
(31) https://www.hrk.de/hrk/mission-statement/
(32) https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html
(33) https://www.rnd.de/beruf-und-bildung/corona-und-studium-was-bedeutet-die-3g-regel-fuer-studierende-SMMOF55LN5FY5HEBG2U6XGI3P4.html
(34) https://www.fzs.de/
(35) https://www.tagesspiegel.de/wissen/unis-sorgen-fuer-den-winter-vor-praesenzsemester-ja-aber-verantwortlich/27458344.html
(36) https://www.fzs.de/
(37) https://www.fzs.de/
(38) Corona-Lockerungen in Dänemark: Immer seltener Impfnachweis nötig, https://www.nau.ch/
(39) https://www.n-tv.de/panorama/Daenemark-koennte-ein-Vorbild-sein-article22778012.html
(40) https://www.hamburg.de/faq-corona-hochschulen/#14765730_15146162
(41) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/07/PD21_319_213.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(42) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/05/PD21_226_213.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(43) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/05/PD21_226_213.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(44) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/05/PD21_235_21.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(45) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_414_213.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(46) https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2021/09/PD21_414_213.html;jsessionid=6BF9C56854DF29302C75356163737741.live732
(47) https://www.ebm-netzwerk.de/de/mitglieder/foerdermitglieder
(48) https://www.tagesspiegel.de/wissen/ziel-fuer-das-wintersemester-2021-22-30-prozent-campus-praesenz-ab-herbst/27122870.html
(49) https://www.uni-marburg.de/de/universitaet/administration/sicherheit/coronavirus
(50) https://www.lkrp-berlin.de/aktuelles/210910-umfrage-studierende/index.html
(51) https://www.lkrp-berlin.de/aktuelles/210910-umfrage-studierende/index.html
(52) Am 5. März 2021 hieß es noch: „Wenn über Test- und Impfstrategien aber wieder mehr Präsenzlehre möglich ist, sollten diese Optionen auch genutzt werden.“ Am 28. Mai 2021: „Daher ist es dringend erforderlich, dass die Studierenden bei der Impfkampagne besonders unterstützt werden. Denn ein flächendeckendes Impfangebot erst bis Ende September bedeutet, dass eine Immunisierung einer ausreichend großen Zahl von Studierenden für das kommende Wintersemester nicht gewährleistet wäre.“ Am 10. Juni 2021: „Eine rechtzeitige Immunisierung eines möglichst großen Anteils dieser Personengruppen sei für Präsenzangebote im kommenden Wintersemester von entscheidender Bedeutung. Deshalb sollten Impfzentren offen gehalten, Universitätsmedizin und hochschulische Betriebsärzte eingebunden werden.“ Am 16. Juli 2021: „Die wichtigste Waffe gegen die Pandemie ist und bleibt die Impfung, hierzu haben Bund, Länder und Kommunen jüngst weitere, sehr begrüßenswerte Initiativen aufgelegt. Allen Beteiligten muss klar sein: Der Fortschritt der Impfkampagne entscheidet wesentlich darüber, welche Handlungsmöglichkeiten den Hochschulen zur Verfügung stehen werden.“ Am 11. August 2021: „Da die Hochschulen keine kostenlosen Tests bereitstellen können, appelliere ich erneut an alle Studierenden und Beschäftigten, sich jetzt impfen zu lassen. Das wichtigste Instrument in der Pandemie ist und bleibt die Impfung“.
(53) https://www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/nach-impfgipfel-hrk-praesident-fordert-gezielte-impfangebote-fuer-studierende-4823/


Dieser Artikel erschien auf Rubikon am 16.09.2021 und ist unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.


Nachtrag vom 02.10.2021:

Aufruf der deutschlandweiten Initiative Studendenstehenauf.eu zu einer Demonstration am 09.10.2021 in Dresden für eine Öffnung
aller Bildungseinrichtungen ohne 3G.

Nachtrag vom 03.10.2021:

„Fürchte Flickenteppich“


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Die Gedanken sind frei – oder doch nicht?

Die Gedanken sind waren frei. Früher gern von Studenten gesungen – heute Studierenden und Professoren immer weniger erlaubt.

Die Gedanken sind frei

Die Gedanken sind frei

„Die Gedanken sind frei“ wurde früher oft von Studenten gesungen. Mit dem Gesang des Liedes drückten sie gerade in Zeiten politischer Einschränkungen oder gar Unterdrückung ihre Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit der Wissenschaft sowie nach persönlicher Freiheit aus.

Netzwerk Wissenschaftsfreiheit gegründet

Nunmehr treten erneut Wissenschaftler an die Öffentlichkeit und gründen im Februar 2021 ein Netzwerk Wissenschaftsfreiheit:

„Das Netzwerk Wissenschaftsfreiheit ist ein Zusammenschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit dem gemeinsamen Anliegen, die Freiheit von Forschung und Lehre gegen ideologisch motivierte Einschränkungen zu verteidigen und zur Stärkung eines freiheitlichen Wissenschaftsklimas beizutragen.“

Sie kritisieren, dass die im Grundgesetz Art 5 Absatz 3 verbürgte Freiheit von Forschung und Lehre zunehmend eingeschränkt wird:

„Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.“

Auf Hochschulangehörige wird erheblicher Druck ausgeübt, was diese zur Selbstbeschränkung veranlasst.

„Wenn Mitglieder der Wissenschaftsgemeinschaft aus Furcht vor den sozialen und beruflichen Kosten Forschungsfragen meiden oder sich Debatten entziehen, erodieren die Voraussetzungen von freier Wissenschaft. Eine solche Entwicklung wirkt sich negativ auf die Leistungsfähigkeit der Hochschulen und damit auf den Wissenschaftsstandort Deutschland und seine internationale Reputation aus.“

Das Anliegen des Netzwerks Wissenschaftsfreiheit bekommt noch mehr Gewicht, wenn wie auf welt.de am 07.02.2021 nachzulesen, das Bundesinnenministerium Wissenschaftler für Rechtfertigung von Corona-Maßnahmen einspannte. Ergebnis: „Gekaufte Wissenschaft“ statt freier Wissenschaft bildete die Grundlage für das berühmt-berüchtigte „Panik“-Strategiepapier „Wie wir COVID-19 unter Kontrolle bekommen“, in dem es einleitend heißt:

„Das pandemische COVID-19-Virus ist für die Politik, Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland und Europa die größte Herausforderung seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. „

Demnach wäre „mit einem Worst-Case-Szenario von über einer Million Toten im Jahre 2020 – für Deutschland allein“ zu rechnen.

„Ein Expertenteam von RKI, RWI, IW, SWP, Uni-versität Bonn/University of Nottingham Ningbo China, Universität Lausanne und Universität Kassel bestätigt diese Zahlen mit einem für Deutschland entwickelten Gesamtmodell.“

Siehe auch den Kommentar von Matthias Heitmann „Wer (sich) nicht (hinter)fragt, bleibt dumm. (Un-)Freiheit an Universitäten“

 

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Unbequeme Enthüllungen über Pharmaforschung

Unbequeme Enthüllungen

Wer in der Pharmaforschung die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd. Exklusivabdruck aus „Die Pest der Korruption“.

von Kent Heckenlively, Judy Mikovits

Judy Mikovits forschte über das Chronische Erschöpfungssyndrom. Diese Krankheit wurde häufig als Überempfindlichkeit einiger nicht leistungsfähiger Patientinnen abgetan. Die renommierte Wissenschaftlerin fand jedoch eine andere Erklärung — und die erwies sich als ziemlich unangenehm für einige Pharmaunternehmen: Ursache des Syndroms war offenbar ein Retrovirus, das über kontaminierte Impfstoffe auf den Menschen übergesprungen war. Sobald Mikovits das publik machte, wurde sie Opfer einer beispiellosen Hexenjagd. Das Buch „Die Pest der Korruption“, das sie zusammen mit Kent Heckenlively schrieb, wurde von Robert F. Kennedy Jr. eingeleitet. Wir veröffentlichen einen Teil des Vorworts sowie zwei Auszüge aus dem Hauptteil des Buchs.

Auszüge aus dem Vorwort von Robert F. Kennedy Jr.

Welchen Maßstab man auch immer anlegt, Dr. Judy Mikovits gehört zu den fähigsten Wissenschaftlern ihrer Generation. Mit einem Abschluss als Bachelor of Arts (BA) in Chemie von der University of Virginia betrat sie am 10. Juni 1980 als Proteinchemikerin am National Cancer Institute (NCI) die Welt der Wissenschaft. … Die Qualität ihrer Arbeit und ihre zuverlässigen Geistesblitze beförderten sie bald an die Spitze der von Männern dominierten Welt der wissenschaftlichen Forschung. …

2009 war Mikovits in der akademischen Welt angekommen. Zusammen mit Ruscetti, der weiterhin am National Cancer Institute (NCI) arbeitete, leitete sie ein Team, das einen starken Zusammenhang zwischen einem bislang unbekannten Retrovirus und Myalgischer Enzephalomyelitis entdeckte. Diese Erkrankung ist allgemein bekannt als Chronisches Erschöpfungssyndrom (ME/CFS) (Chronic Fatigue Syndrome/Myalgic Encephalomyelitis — ME/CFS). Wie vorherzusehen war, stand das Retrovirus auch im direkten Zusammenhang mit bestimmten Arten von Blutkrebs. …

Die Medizin ist dem Chronischen Erschöpfungssyndrom, das vorwiegend Frauen betrifft, mit bösem Misstrauen begegnet, seitdem es Mitte der 1980er-Jahre in Erscheinung trat. Das medizinische Establishment verspottete ME/CFS als „Yuppie-Grippe“ und schrieb es der psychologischen Zerbrechlichkeit von Karrierefrauen zu, die in Unternehmenskulturen unter hohem Druck ihre Karrieren verfolgten. Mikovits fand bei etwa 67 Prozent der vom Chronischen Erschöpfungssyndrom betroffenen Frauen und bei knapp 4 Prozent der gesunden Kontrollpersonen Belege für das Retrovirus.

Am 8. Oktober 2009 veröffentlichten Mikovits und Ruscetti ihre explosiven Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Science. Sie beschrieben die erste Isolation des kürzlich entdeckten Retrovirus XMRV und seinen Zusammenhang mit ME/CFS. Ihre Enthüllung über ME/CFS löste unmittelbar wütende Reaktionen von neidischen, mächtigen Krebszentren aus, die sich stur jeder Wissenschaft widersetzten, die Krebs und neuroimmunologische Krankheiten mit Viren in Zusammenhang brachte.

Die Angriffe wurden noch unerbittlicher, als Mikovits‘ spätere Forschung den Schluss nahelegte, dass das neue Retrovirus, das man ursprünglich in Mäusen gefunden hatte, auf irgendeine Weise über kontaminierte Impfstoffe auf den Menschen übergesprungen war.

Mikovits‘ Belege drohten für die pharmazeutischen Unternehmen der Welt wegen ihrer nachlässigen Verwendung von tierischen Zellkulturen zur Produktion von Impfstoffen und anderen pharmazeutischen Produkten zu einer finanziellen Katastrophe zu werden. Ihre Forschungsergebnisse gefährdeten Milliarden von Dollar an Einnahmen aus einer ganzen Arzneimittelgruppe, die als Biologika bezeichnet wird und von tierischem Gewebe und entsprechenden Produkten abhängig ist. …

Gierige Konzerne und käufliche Regierungsbehörden haben sich immer wieder als willfährig gezeigt, die Wissenschaft zu verdrehen, zu verzerren, zu verfälschen, Informationen zu verheimlichen und eine offene Debatte zu zensieren, um persönliche Macht und die Profite der Konzerne zu schützen.

Zensur ist der Todfeind sowohl der Demokratie als auch der öffentlichen Gesundheit.

Wenn wir unsere Demokratie weiter genießen und unsere Kinder vor den Kräften schützen wollen, die die Menschheit zur Ware zu machen versuchen, dann brauchen wir mutige Wissenschaftler wie Judy Mikovits, die bereit sind, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen, auch wenn dies furchtbare persönliche Kosten mit sich bringt.

Auszug aus „Die Pest der Korruption“

von Judy Mikovits und Kent Heckenlively

Niemals hätte ich mir vorstellen können, dass ich einmal eine der umstrittensten Personen in der Wissenschaft des 21. Jahrhunderts werden würde.

Für mich ging es immer darum, das Datenmaterial zu verstehen und den Patienten zuzuhören. Als Wissenschaftler sollen wir Probleme lösen und der Menschheit helfen. Das ist unser Auftrag, genau das ist das Ziel, dem wir unser Leben gewidmet haben.

Wie kann es sein, dass Krankheiten wie das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS), Autismus, neurologische Krankheiten und sogar Krebs so umstritten wurden, dass viele in der Medizin die Augen verschließen vor den möglichen Ursachen, die diesen Krankheiten zugrunde liegen?

Ich verstehe nicht, warum wir uns nicht alle zusammentun können, um das zu ergründen. Vielleicht sind einige meiner Vorstellungen richtig und vielleicht sind manche falsch. Nehmen wir sie doch einfach alle unter die Lupe und schauen, was passiert.

Als ich im Labor gearbeitet und bahnbrechende Entdeckungen wie etwa in der Entwicklung von AIDS-Medikamenten gemacht habe, um die schlimmste moderne Seuche unserer Zeit, die HIV-AIDS-Epidemie, aufzuklären, ging es nie um Ruhm oder Ansehen.

Es ging darum, das Leben der Menschen zu verändern.

Das ist es, woraus ich meine größte Zufriedenheit ziehe.

Nichts von alledem kann erklären, warum die Polizei an einem Morgen Mitte November 2011 in meinem Haus eine Razzia durchführte und mich ohne Haftbefehl und ohne die Möglichkeit, auf Kautionszahlung freizukommen, fünf Tage im Gefängnis festhielt. Ich habe niemanden umgebracht. Ich bin kein Agent einer fremden Macht. Tatsächlich wurde ich niemals vor Gericht gestellt und die Anschuldigung löste sich auf wie der Frühnebel in Kalifornien.

Was, glaube ich also, war mein wirkliches Verbrechen?

Das Datenmaterial zu verstehen und den Patienten zuzuhören.

Wir glauben, dass der Schlüssel zur Lösung dieser Fragen tatsächlich im Jahr 1934 im sonnigen Los Angeles, der Stadt der Engel, liegt.

Unter Experten ist man sich weitgehend einig, dass CFS in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal in Los Angeles zwischen 1934 und 1935 auftrat. Der Ausbruch betraf 198 Ärzte, Krankenschwestern, medizinisch-technische Assistenten und andere Mitarbeiter des Los Angeles County Hospital während eines Polioausbruchs.

Merkwürdigerweise bekam nur das Krankenhauspersonal CFS; die Patienten des Krankenhauses blieben verschont.

Hört sich das nicht wie eine heiße Spur an?

Die Anzeichen und Symptome waren mysteriös. Die Patienten waren schon durch die geringste Belastung erschöpft, litten unter Übelkeit, Lichtempfindlichkeit, Gleichgewichtsverlust, Schlaflosigkeit und Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten. Sie durchlebten Schübe von Lähmungen, gefolgt von Schwierigkeiten, die Extremitäten zu heben, hatten Atemprobleme, Kopfschmerzen, stechende Schmerzen. Die Opfer litten unter erdrückenden Depressionen, gefolgt von euphorischen Zuständen, Weinanfällen ohne ersichtlichen Grund und zeigten oft heftige Anzeichen von Abneigung gegenüber Menschen oder Dingen, die sie zuvor gemocht hatten.1 Es war, als ob ihre Körper und ihre Gehirne sie im Stich gelassen hätten.

Ich betrat die Bühne im Mai 2006, als ich einen Vortrag von einem Forscher anhörte, der festgestellt hatte, dass Menschen, die lange Zeit an CFS erkrankt waren, erhöhte Raten von sehr seltenen Krebsarten aufwiesen. Das roch aus meiner Sicht nach einem Virus wie HIV (Humanes Immundefizienz-Virus), das seine Opfer oft durch das begleitende AIDS (aquired immunodeficiency syndrome — erworbenes Immundefizienz-Syndrom) und die verschiedenen Krebsarten und anderen Probleme umbringt, mit denen ihr Immunsystem dann nicht mehr fertig wird.

Die HIV-AIDS-Epidemie, die den Planeten in den 1980er- und 1990er-Jahren heimsuchte und nach neuesten Zahlen mehr als 39 Millionen Menschen umbrachte, ist ein wichtiger Gegenpunkt zur CFS-Epidemie. CFS schien in den 1980er-Jahren zu explodieren. Es begann in den Jahren 1984 bis 1985 mit einem Ausbruch am Lake Tahoe an der Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. Die Krankheit erfasste zuerst die Lehrer einer lokalen Oberschule, sprang dann über auf urbane Räume wie San Franzisco, Los Angeles und New York. Von dort breitete sie sich quer über das Land aus. Zu dieser Zeit herrschte das Dogma vor, HIV-AIDS würde nur Männer betreffen, weshalb CFS oft als non-HIV-AIDS bezeichnet wurde.

HIV-AIDS brachte die Patienten im Verlauf von mehreren Jahren um. CFS ließ seine Opfer am Leben, aber in einem Zustand, der einem Winterschlaf glich. Freunde und Familienmitglieder sagten den Patienten oft, sie würden „gut aussehen“ und sollten vielleicht nur „ein bisschen mehr rausgehen“ und ihren „Stress reduzieren“. Viele der Immunmarker waren in beiden Gruppen anormal, aber das Ergebnis war sehr verschieden.

Diejenigen mit CFS blieben am Leben, aber sie sehnten sich oft nach einer Erlösung durch den Tod.

Kent Heckenlively, der Co-Autor meines früheren Buches Die Pest, mit dem ich auch bei diesem Buch zusammengearbeitet habe, fand eine mögliche Antwort.

Kent entdeckte medizinische Forschungsartikel, nach denen das medizinische Personal am Los Angeles County General Hospital eine frühe Poliovakzine erhalten hatte, die von Dr. Maurice Brodie in Zusammenarbeit mit dem Rockefeller Institute von New York entwickelt worden war.3

Das Poliovirus war viele Male durch Gehirngewebe von Mäusen geschleust worden. In den 1930erJahren war die Verwendung von Mäusegewebe zur Züchtung von Viren neu und zuvor nur in der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Gelbfieber eingesetzt worden.4 Dem medizinischen Personal wurde zusätzlich ein Stoff zur Verstärkung der Immunreaktion verabreicht, der mit Thiomersal, einem Quecksilberderivat, konserviert wurde.5

„Könnte es vielleicht so passiert sein?“ fragte Kent. „Indem sie tierisches Gewebe zur Züchtung von Viren benutzt haben, haben sie andere Viren von diesen Tieren aufgeschnappt und diese dann als Passagiere in Vakzinen Menschen eingeimpft?“

Ich konnte nur antworten, dass das eine gute Frage war. Ich betrachte es als anerkannte Wissenschaft, dass die Passage von menschlichen Viren durch unterschiedliche tierische Spezies wie Mäuse, Kaninchen, Hunde oder Affen zu einem weniger pathogenen Virus führt, das dann in einem Impfstoff verwendet werden kann. Die Frage jedoch, ob andere tierische Viren als blinde Passagiere in diesem biologischen Material mitreisen, war weniger gut untersucht.

So fragte ich meinen langjährigen Kollegen und Mentor Dr. Frank Ruscetti, was er zu dieser Frage dachte. Er antwortete, als junger Forscher habe er die gleiche Frage gestellt, und man habe ihm gesagt, das menschliche Immunsystem sei allen tierischen Viren überlegen, die als blinde Passagiere in Impfstoffen enthalten sein könnten.

Frank hat dann zusammen mit Robert Gallo und Bernie Poiesz das erste erwiesenermaßen pathogene humane Retrovirus HTLV-1 (Humanes T-Zell-Leukämie-Virus 1) entdeckt, und das Gebiet der humanen Retrovirologie war geboren.

Von alledem wussten wir nichts, als wir am 8. Oktober 2009 brisante Forschungsergebnisse in der Fachzeitschrift Science veröffentlichten und die erstmalige Isolierung des kürzlich entdeckten Retrovirus XMRV (Xenotropic Murine Leukemia Virus-Related Virus — Xenotropes Mäuseleukämievirus-verwandtes Virus) und seinen Zusammenhang mit ME/CFS beschrieben. 9 Wir fanden Nachweise für das Retrovirus in etwa 67 Prozent der von ME/CFS betroffenen Patienten und in knapp 4 Prozent der gesunden Kontrollpersonen.

Während dies gute Nachrichten waren für diejenigen, die unter ME/CFS litten, bedeutete es auch, dass mehr als zehn Millionen Amerikaner dieses Virus wie eine Zeitbombe in sich trugen. Was könnte es sein, dass dieses Virus im Menschen zum Leben erweckt und dann Krankheiten verursacht?

Wir vermuteten, es könnte sich dabei um eine Aktivierung des Immunsystems handeln, weil Retroviren sich gerne in den Monozyten und in den B- und T-Zellen des Immunsystems verstecken.

Wir waren an den Krankengeschichten der Familien derer interessiert, die an ME/CFS erkrankt waren. Wenn XMRV ein Virus war, das sich ähnlich verhielt wie HIV, dann würde es tendenziell von der Mutter auf das Kind übertragen werden. Schon zu Beginn unserer Forschungen war uns aufgefallen, dass betroffene Mütter häufig autistische Kinder hatten. So testeten wir siebzehn dieser Kinder auf XMRV. War Autismus nichts weiter als ME/CFS bei Kindern in einer Zeit, in der ihre Entwicklung große Mengen Energie benötigt, um die neurologischen Verbindungen auszubilden, die für Sprache, soziale Interaktion und organisiertes Denken nötig sind?

Vierzehn von siebzehn Kindern mit Autismus wurden positiv auf Hinweise für XMRV getestet.
Diese Ergebnisse stimmten mit den Berichten der Eltern überein, ihre Kinder seien nach einer Impfung autistisch geworden. Wir waren der Ansicht, das sollte öffentlich diskutiert werden — insbesondere angesichts der Lektionen, die uns der Fall Ryan White erteilt hatte, eines Kindes, das durch eine Bluttransfusion mit HIV infiziert worden war. Zu dieser Zeit hatten wir noch nicht die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass XMRV ursprünglich aus tierischem Gewebe stammen könnte, das für die Impfstoffherstellung verwendet wurde.

Aber der simple Akt, die Autismus-Gemeinde und ihre Bedenken gegenüber Impfstoffen zu unterstützen, war für viele meiner Kollegen in der Wissenschaft gleichbedeutend mit Verrat. Ehrlich gesagt versuchten wir, diese Schlussfolgerung aus unserer Forschung herunterzuspielen.

Aber wir würden diese Erkenntnisse auch nicht verstecken. Frank und ich waren aus erster Hand Zeugen des Gemetzels geworden, das aus dem damaligen Dogma über HIV-AIDS resultierte. Wir würden die Band nicht noch einmal fröhlich weiterspielen lassen, während Millionen litten und starben. („And the Band played on“ ist ein Film von 1993, der die Entdeckung und die zerstörerische Natur von AIDS zum Thema hat.)

Das zu tun ist niemals unser Stil gewesen, und es ist ganz entschieden keine gute Wissenschaft.

Aus dem Schlusskapitel

Wo stehen wir nun nach alldem?

Die Pest der Korruption hat gewaltige Ausmaße und umfasst viele Bereiche unseres wissenschaftlichen, medizinischen und alltäglichen politischen Lebens.

Die Pharmaunternehmen haben die Gesetze über Impfstoffe korrumpiert und korrupte Medien haben den Verstand der Öffentlichkeit vergiftet. Die Bevölkerung stellt diese einfache Frage nicht: Wenn Impfstoffe so sicher wie Zuckerwasser sind, warum braucht die Pharmaindustrie dann eine vollständige finanzielle Immunität und muss von einem Heer von Anwälten des US-Justizministeriums geschützt werden?

Die Pharmaunternehmen sind die größten Beitragszahler an den US-Kongress und haben zahlenmäßig mehr Lobbyisten als alle unsere Kongressabgeordneten und Senatoren zusammen.

Das bedeutet, sie kontrollieren die Bundesbehörden, tun also genau das, was unsere Verfassung mit ihrer Gewaltenteilung, das heißt, dem System der Abgrenzung und gegenseitigen Kontrolle zwischen Legislative, Exekutive und Judikative, verhindern wollte.

Die Pharmaunternehmen bestechen durch ihre massiven Werbekäufe in den Abendnachrichten auch die Medien. Sie glauben mir das nicht? Schauen Sie sich eine Stunde lang Ihren bevorzugten Nachrichtenkanal an und zählen Sie die Menge der Werbespots der Pharmaindustrie. Es ist gut möglich, dass es 50 bis 60 Prozent aller Werbespots sind. Unsere Kollegen sind besonders empört über die Werbung, in der eine Großmutter sich in einen großen, bösen Wolf verwandelt, wenn sie keine Keuchhustenimpfung bekommt.

Wir können nachvollziehen, wie es Menschen entmutigen kann, wenn sie sehen, was für ein Fehdehandschuh uns vor die Füße geworfen wird und welche juristische, finanzielle und politische Feuerkraft gegen uns aufgestellt ist.

Aber sie unterschätzen diejenigen unter uns, die harte Arbeit leisten, um die biologischen Prozesse zu verstehen. Wir rechnen mit vielen verschiedenen unvorhergesehenen Ereignissen. Sehen Sie, wir sind daran gewöhnt, mit dem Unbekannten umzugehen. Wir haben nur nicht mit der finsteren Seite der menschlichen Natur gerechnet, die man uns gezeigt hat, als wir die drängendsten Probleme der menschlichen Gesundheit zu beantworten versuchten.

Aber niemand am National Cancer Institute hat jemals realisiert, dass Frank seine letzten zwei Jahre in Frederick, Maryland, verbrachte und dort entscheidende Arbeit geleistet hatte. Frank griff zurück auf unsere Originalproben und isolierte das XMRV noch einmal und gewann eine vollständige Sequenz. Er bewahrte die in flüssigem Stickstoff gelagerten Proben unserer ursprünglichen Bestände an B-Zelllinien und die Patientenproben auf, die nie in das Gebäude 535 gelangt waren, wo sie einen Fermenter unseres natürlichen Isolats des XMRV kontaminiert hatten, indem sie ihn neben einen Fermenter mit VP62 platzierten.

Eine Kontamination der von Frank gesicherten Originalproben war zweifellos vollkommen unmöglich.

Und als der Befehl für Frank kam, sein Labor zu räumen, wurde ihm gesagt, dass er alle seine Arbeiten und Materialien mitnehmen könne, mit Ausnahme aller Unterlagen und biologischen Proben in Bezug auf XMRV. Es wurde ihm befohlen, alle Proben in die Hochdrucksterilisation zu geben, damit alle Daten im Thompson/CDC-Stil vernichtet werden konnten. Sie schickten sogar einen Wachmann, um sicherzustellen, dass Frank diesen Befehlen nachkam.

Frank warf alle Daten in einen blauen Abfallbehälter, verpackte die biologischen Proben und schickte sie an ein Institut im Mittleren Westen, in dem biologische Proben aufbewahrt werden, dem wir seither fünfhundert Dollar pro Monat für ihre Lagerung zahlen. Die Proben oder Daten zu vernichten wäre ein Verstoß gegen Bundesrecht gewesen.

Frank und Sandy hatten schon lange geplant, sich in Carlsbad, Kalifornien, zur Ruhe zu setzen, und hatten dort vor etwa fünfzehn Jahren ein Haus gekauft, das sie in meinen Selbsthilfegruppen oft großzügig als Urlaubsort für Krebspatienten anboten. Eines Tages, ein paar Wochen nach ihrem Einzug, tauchte Frank vor meiner Tür auf und trug einen großen blauen Abfallbehälter.
„Ich weiß nicht, wie dieser Mist in meinen Umzugstransporter kam“, sagte er und zeigte darauf.
„Danke“, flüsterte ich, und Tränen schossen mir in die Augen.

Ich bin die Daten durchgegangen. Sie waren alle da. Sie mögen meine Notizbücher und die meines Forschungsteams entwendet haben, aber die Mitarbeiter einer Studie sind verpflichtet, Aufzeichnungen ALLER ihrer Daten aufzubewahren. Die Inquisition hatte bestätigt, dass Franks Labor alle Daten akkurat aufgezeichnet hatte.

Ich scannte jedes Detail dieser Daten ein und speicherte sie auf einer Festplatte, und zur Sicherheit trafen wir uns sogar mit dem FBI im Büro meines treuen Anwalts David Follin und gaben den FBI-Mitarbeitern eine Kopie der Festplatte. Wenn jemals ehrliche Leute an die Spitze des FBI kommen sollten, können wir vielleicht endlich die Korruption beweisen und diese Herrschaft der Macht der Finsternis beenden. Ich weiß, dass es diejenigen, die bereits ihr Leben an diese Pest verloren haben, nicht zurückbringt oder das heutige Leid von Millionen Menschen wieder wettmacht. Wir haben alles getan, was wir konnten.

Jetzt liegt es, wie immer, in Gottes Hand. Ich mag zwar eine Wissenschaftlerin sein, aber ich habe immer an etwas jenseits dieser Welt geglaubt. Irgendwann müssen wir unsere Sorgen niederlegen und Gott sein Werk tun und die Dinge auf seine eigene geheimnisvolle Weise lösen lassen. Er wird die richtigen Leute mit diesen Aufgaben betrauen, vielleicht Menschen mit mehr Weisheit und Einsicht, als wir sie haben, die wir vorausgegangen sind. Und sie werden uns in eine bessere Welt führen.

Gottes Segen und allen eine gute Gesundheit.

 

Quellen und Anmerkungen:

Die Quellen zu diesem Exklusivabdruck finden Sie im Buch.

Dieser Beitrag ist zuerst am 15.12.2020 auf Rubikon erschienen und unter einer Creative Commons-Lizenz (Namensnennung – Nicht kommerziell – Keine Bearbeitungen 4.0 International) lizenziert. Unter Einhaltung der Lizenzbedingungen dürfen Sie es verbreiten und vervielfältigen.

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